The Kirito x Kohta Archive
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*~LIEGT IN DER FAMILIE~*
von Nika
 

 

kohta

Meine Augen halten die seinen für einen einzigen, endlosen Moment, bevor er sich herunterlehnt und so tut, als küsse er Aiji voller Leidenschaft. Ich grinse ein wenig gezwungen und drehe mich um, so dass ich die schreiende Menge ansehen kann, die beinahe ausrastet, angesichts der sexy Vorstellung vor ihnen. Er weiß, wie man die Massen fasziniert.
Er weiß, wie man Leute aus der Reserve lockt.
Und wie man sie neckt.

Ich werde immer kinderleicht von ihm geneckt.

Schweiß. Salz. Durst.... Er... Hunger... all das wütet in mir und durch mich.
Diese Gedanken vergessend, springe ich in Richtung der gesichtslosen Masse dort unten, Gäbe es nur ein Gesicht unter diesen Tausenden, dass mit etwas mehr bedeuten würde.
Sie alle sehen vergnügt und glücklich aus, aber da ist nichts persönliches zwischen uns. Nur ein kurzes Treffen, dann bleibt nichts zurück.
Ich werde eine Erinnerung in ihren Köpfen und sie werden nur ein weiteres Publikum in meinem.
In diesem geistzerrüttenden Augenblick sind sie beinahe die wichtigsten Menschen in der weiten, dunklen Welt für mich.
In ihnen brenne ich, sie brennen auf meiner Haut und auf der Retina meiner Augen.

Die Show geht weiter, und er hat sich endlich von Aijis Lippen getrennt und nun kommt er auf mich zu, grinsend - ich bemerke, dass sein Lippenstift ein wenig verschmiert ist. Seine Augen leuchten von den Endorphinen, die durch seine Venen kreisen, er scheint wirklich high zu sein. Während er seine Arme um meine Schultern windet, singt er in mein Ohr. Seine Wärme sickert in meine eh überhitzte Haut...
Ich versuche, von ihm wegzukommen und wusle mich frei.

Ich sehe ihn vor mir, wie er sich auf einem Bett aus blauer Seide aalt... sein Körper in Bewegung... Das letzte Tabu.
Von ihm berührt zu werden, schmelzend, bibbernd ... Gebend und nehmend...

Wohin führt das alles?
Er ist zu high, um etwas zu merken und singt einfach weiter. Ich hechte an die rechte Seite der Bühne, so bringe ich etwas Abstand zwischen uns.
In seiner Nähe zu sein ist gefährlich.
Und für mich ist es sogar noch schlimmer. Aber dieses Konzert wird enden und alles wird ganz klasse sein, so wie immer.

Träume nicht, schließe deine Wünsche aus deinem Herz aus. Schließe jene Türen, bevor ungewollte Gedanken und Begierden eintreten, die dann zu verbotenen Taten führen.
Behalt das alles nur brav für dich, dann ist alles prima. Und alles in Ordnung.

kirito

Ich betrete sein Apartment und kicke mein Schuhe aus. Es scheint, dass er gerade erst aus dem Bett gefallen ist. Sein Haar ist ein blondes Wirrwarr aus Strähnen und dunkle Ringe zieren seine Augen. Er sieht älter aus als ich ... was für ein seltsamer Gedanke.
Ich lasse mich auf ein paar Kissen fallen ,die auf dem Boden herumliegen und höre ihn in der Küche gähnen, während er heißes Wasser für Tee zubereitet. Ich grinse. War er die ganze vorherige Nacht wach?

"Willst du, dass ich wieder gehe?", frage ich ihn. ER kommt zurück und sieht mich perplex an.

"Warum?"
"Du siehst nicht so gut aus. Hattest du wenigstens Spaß?", necke ich ihn. Ich kann einfach nicht anders, ich liebe es, ihn zu aufzuziehen. Sein Blick fragt mich, worüber, zur Hölle, redest du?

"Irgendwie schon. Ich habe meiner Freundin den Laufpass gegeben. Großartig." Sein Sarkasmus klingt müde und ausgelaugt.
"Schon wieder?"
Wie viele will er denn noch für eine oder zwei Wochen ausprobieren, nur um sich hinterher schlecht und wertlos zu fühlen?
"Willst du nicht mit deinem großen Bruder darüber reden?"

Er lacht fremd und leer.

Dann geht er wieder, um Tee für uns zu machen. Eigentlich will ich keinen, aber es ist wirklich angenehm, die Hände daran zu wärmen, also wickle ich sie um den Becher.
Schwer verbreitet sich sie Stille und scheint alles kompliziert zu machen. Seit wann haben wir beide uns jemals unwohl miteinander gefühlt?
Ich kenne ihn schon sein ganzes Leben.

Ich habe zugesehen, wie er verwöhnt wurde. Ich habe ihn verletzt gesehen und wie er aussieht, wenn er Schmerzen hat. Ich habe Lachen und Geheimnisse mit ihm geteilt.
Wo ist diese Intimität jetzt?


kohta

Wie lange kann ich noch ruhig bleiben?
Ruhig wie die See, die ein mysteriöses und gefährliches Geheimnis tief unter einer scheinbar friedvollen Oberfläche verbirgt. Bleib wie das Meer.

Was, wenn es eine Tsunami gibt?

Ich gebe zu, ich fühle mich nervös und friedlos, wenn er in meiner Nähe ist.

Seine Finger sind um den Becher gewickelt und ich kann in ihnen eine gewisse Angespanntheit erkennen.
Warum sollte er aufgebracht sein? So sinnliche Hände, geeignet um Wollust zu bereiten. Geeignet ein Mikrophon zu halten und vielleicht mein Seelenheil.

Unwissender Narr, der du mich neckst.
Oh, wie sehr möchte ich, dass mich diese Hände umfassen, wie jenen Becher.

Gefährliches Gebiet!
Draußen bleiben! Keinen einzigen, noch so kleinen Schritt weiter!
Gefahr, Gefahr!

Zurück auf sichereres Terrain.
Er möchte mit mir darüber reden, erinnert mich daran, dass er mein großer Bruder ist...

Wie nett von ihm.
Bruder.
Verwandt. Wir teilen das gleiche Blut, die gleichen DNS Muster, oder irgendetwas oberflächliches wie das. Nur manchmal da wünschte ich mir... Ich wünsche
So viel und doch - so wenig. Wie ein Kind, wie der verdammte Hohlkopf, der ich bin.
Nur ein kleines Stückchen näher an ihn rücken, gerade so nah, dass ich seine Wärme spüren kann. Gerade nah genug, um ihn wissen zu lassen, dass ich existiere.

Dass ich eine eigenständige Person bin und nicht nur sein kleiner Bruder. Nicht sein Anhängsel.
Ich bin ich selbst, mein eigenes höchsteignes ich.
Obwohl ich manchmal glaube zu spüren, dass es ein Fluch sein könnte. Und ich fühle, dass ich aus lebendem, sich verzehrendem Fleisch gemacht wurde. Ich bin in diesem Fleisch gefangen.
Ich wünschte, ich könnte es ablegen und ein neues, verbessertes Ich werden, ohne seltsame Begehren und Gefühle. Ein sauberer kleiner Bruder, ein Ich ohne Fehler und Laster.

Das ist genauso unmöglich, wie alle meiner Träume.

Doch so nah bei ihm zu sein, bringt mich in Gefahr Sachen zu denken, und vielleicht sogar zu tun, die undenkbar und nicht vollziehbar sind.
Was für ein egozentrischer Wunsch.
Das ist es, was ich bin: Selbstsüchtig und schlecht.

Was stimmt nicht mit mir?
Sag es mir, großer Bruder.
Das ist das einzige, was ich dich niemals fragen kann. Wie ein toter Winkel lauert diese Frage zwischen uns, tötet alles was dort vorher war, lässt uns zurück wie zwei Fremde.
Seine verlockenden Hände sind um den Becher gewickelt. Der Tee ist heiß und ich hoffe, dass er sich seine Finger nicht verbrennt. Nicht diese zarten Finger, nicht seine seidig erscheinende Haut.
Ich fühlte ihre Textur mit meinem Augen.
Er ist der ältere von uns beiden, ich denke, er weiß was zu tun ist. Und er weiß, was man auf keinen Fall tut.
Er kennt die Gesetze des Menschlich-Seins.
Ich möchte die viel lieber vergessen.
Ich erinnere mich Jun einmal gefragt zu haben: "Ist es dir nicht peinlich, wenn er dich in aller Öffentlichkeit küsst?"
Jun lachte in einer niedlichen Art, als wäre er zumindest etwas peinlich berührt.

"Das ist alles für die Fans, nicht wahr? Sie lieben es, wenn er das tut."

"Aber, wie fühlst du dich?"

"Es macht Spaß." Er kichert und ich erkenne den Schalk in seinen Augen. "Und es ist hart sich dabei zu konzentrieren, denn er ist so ein guter Küsser."
Es war als Witz gemeint, aber ich fühle, wie ich sofort zusammenzucke.

Ein guter Küsser?
Ich bin der einzige, der diesen Flachs niemals auf die Probe stellen sollte.

Ich bin derjenige, der dazu verflucht ist, zusehen zu müssen.

Ich bin sein kleiner Bruder.

 

 

 

 

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